Mein erstes Growdfunding: „The Royal Needle“

Der Folgende Artikel ist hauptsächlich für alle historisch orientierten Leser. Ich habe ja erwähnt das ich zukünftig die Beiträge etwas aufteilen werde – dieser Artikel gehört in die Kategorie: HISTORICAL FASHION 

W.I.P: THE ROYAL NEEDLE –

ein Growdfunding der Gewand Manufaktur

https://www.kickstarter.com/projects/504827539/royal-needle-collection?lang=de

 DIY NÄH-BOX: WIR SCHNEIDEN – IHR NÄHT!

 

WARUM WIESO WESHALB????

Natürlich möchten wir damit etwas finanzieren wozu uns die Mittel fehlen und wir auch kein Geld von der Bank bekommen. Was genau und wie wir zu unserer Idee kommen dazu muss ich ganz von vorne Anfangen. In meinem letzten Blog Artikel habe ich von meinen 2 Künstlerseelen erzählt. Und das Ich gerne wieder mehr an historischen Projekten Arbeiten möchte.  Und die TRNC wird das erste Projekt sein welches wir gerne anstoßen möchten.

Die Idee zur „Royal Needle“ DIY Kollektion ist das Ergebnis aus vielen Jahren an Erfahrung, Weiterentwicklung & Leidenschaft.

Angefangen hat es vor genau 10 Jahren als das Hobby LARP entdeckt habe und nach der ersten Anfangsphase als ElfenKriegerHeilerSchankmaidenAmazone überwunden habe, sehr schnell ins damals noch sehr jungfräuliche “Histo” Larp gefunden habe. Meine Leidenschaft für die Geschichte entdeckte ich wieder mit meiner liebsten Epoche, dem 14. Jahrhundert.

Anfangs nur als Hobby gedacht, betrieb ich viel Recherche, probierte verschiedene Epochen aus und meine Kleider fanden anklang. Damals noch bei Deviantart.com & im Larper.ning. Dann fing ich an meine Freunde auszustatten und so entwickelte sich schnell ein kleines Geschäft und ich machte mich in 2012 selbständig.

Wie in meinem letzten Artikel bereits erwähnt, war es nicht sehr einfach in der Anfangsphase. Die korrekte, passgenaue Anfertigung solcher historisch “korrekter“ Bekleidung und die “wirschaftliche Umsetzung” stellte mich lange Zeit vor eine große Herausforderung.

In den letzten Jahren habe ich meine Arbeitsweisen Schritt für Schritt weiterentwickelt um effizienter zu werden.

2015 bildete ich mich in Herren – Maß – Schnittkonstruktion weiter – den klassischen Maß-Papierschnitt per Hand von Grund auf konstruieren und zeichen. Ihr wisst ja – ich hab das ja alles gar nicht wirklich richtig gelernt 😉

Dann investierte ich ich 2017 in eine Schnittmuster Software und erlernerte Schnitte zu digitalisieren.

Natürlich habe ich das alles anhand von modernere Schnittkonstruktion erlernt und Zuhause probierte ich wild herum und versuche die historische Schnittkonstruktion und die Erfahrung meiner Arbeit aus den letzten Jahren in die Software zu übersetzten.

Ein praktischer Helferlein war mir dabei unser Mini-Bob. Da wir in der Modeschule gelernt hatten neue Modelle im Maßstab 1:3 auszuprobieren und zu Zeichnen und die Software in jedem Maßstab drucken kann ist es leichter alles in 1:3 am heimischen Drucker auszudrucken.

In diesem Entwicklungsprozess befinde ich mich gerade und es verspricht eine unglaubliche Arbeitserleichtung was mich mit meiner Software erwartet. Es dauert zwar sehr lange und es ist sehr aufwendig einen Schnitt zu programmieren – aber wenn man erstmal den Schnitt hat stehen einem unendliche Möglichkeiten offen.

Ich kann nun die Maße eines Kunden eingeben und mit einem Plotter den Schnitt fertig ausdrucken. Das ist eine unendliche Erleichterung und unendlich zeiteffizient.

Soweit zum Teil eins der Geschichte.

Ein weiteres großes „Problem“ was ich habe sind die Ressourcen. Historisch „korrekte“ Stoffe sind fast unerschwinglich und kaum zu bekommen. Auch ein Grund warum es für mich kaum noch möglich war historische Bekleidung herzustellen. Schöne Wolle ist sehr selten und dann in der angemessenen Qualität für mich als Wiederverwender nicht einkaufbar. Und das was als „Wolle“ zu erschwinglichen Preisen verkauft wird – möchte ich nicht hinterfragen und kann und möchte dies auch nicht mit gutem Gewissen meinen Kunden anbieten. Aber ich will meine historische Kollektion nicht einfach Kampflos aufgeben. Wenn gekaufte Ware vom Händler so unerschwinglich hoch ist – dann kann ich auch selber weben lassen. Ein großer Traum von mir… eine eigene Kollektion mit eigenen Stoffen. Es garantiert mir eine Qualität hinter der ich stehen kann und absolute Exklusivität. Und ich gehe noch einen Schritt weiter…was wäre wenn… es auch noch in Deutschland hergestellt werden könnte.

Die ersten Muster von einer deutschen Weberei

Leichtloden aus 100% Wolle einmal in einer Leinwandbindung (links) und recht in einer Köperbindung 2/2 (recht) wie es für mittelalterliche Gewänder üblich war.

Sehr feines reines leinen einmal in Natur und gebleicht.

Und darum geht es auch in unserem Growdfunding. Wir wollen das Geld zusammen bekommen um die Mindestmenge weben lassen zu können.

So kommen wir nun von Steinchen auf Stöckchen zum Elefanten. Mir schwebt schon länger die Idee vor Schnittmuster anzubieten, seid ich die Software habe und damit arbeite.

Mittelalterliche Papierschnittmuster gibt es ja mittlerweile einige – aber individuell auf die eigenen Maße angepasst – das ist schonmal sehr cool – Darüber hinaus wollen wir es NOCH einfacher machen und euch auch noch das lästige zuschneiden ersparen… oder die Panik vor dem ersten SCHNITT! Also könnt ihr es den Profis überlassen und sofort mit dem nähen loslegen.

Und wie ihr schon mitbekommen habt ist unser Kickstarter auch sofort erfolgreich und wir sind von eurer Begeisterung sehr überwältig und überrascht. Das gibt uns nun die Möglichkeit für mich ein „Come back“ in die „Histospacken“ Welt zu feiern!

Mit der neuen effizienten Arbeitsweise, mit den traumhaften Stoffen und ohne meine ohnehin völlig ausgereizten und erschöpften Nähkapazitäten wird es mir vlt wieder mehr möglich sein weiter an meinen historischen Projekten zu arbeiten.

Wir sind Euch so unendlich dankbar!

Nutzt noch die Chance bis zum 27. Januar eure persönliche Royal Needle Box zu sichern – oder auch einfach nur den Stoff als Meterware!

Wenn ihr neu hier auf meinem Blog seid und noch mehr über Uns und was wir tun, erfahren wollt schaut doch bitte in meiner Kategorie: HISTORICAL FASHION rein, und lest ein bißchen aus der Historie um noch mehr über unsere Arbeitsweisen zu erfahren, wer wir sind und wofür unsere Leidenschaft brennt. Viel gibt es noch nicht – Ich habe zwar in der Vergangenheit viel gemacht, aber das noch nicht wirklich zu Papier gebracht, aber das wird sich in Zukunft ändern!  *HISTOFLOSSE* HIGHFIFE!!!

Kleiner Nachtrag: Die Stoffe werden ausschließlich für den Eigenbedarf produziert. Für unsere Einzelanfertigungen, Kleinserien & DIY Nähbaukästen. Ein Verkauf von Meterware ist in Zukunft nicht vorgesehen. 

P.S.: Das Kickstarter Projekt wird im übrigen verwaltet von Dennis, er hat den Kickstarter und das Growdfunding ins Leben gerufen. Er ermöglicht mir gerade extra Ressourcen und Kapazitäten anzuzapfen und ist eine großartige Bereicherung für unser Team.

SO MANY THANKS TO THE BEST & GREATEST TEAM EVER!!! <3

 

Historical vs. Fantasy Fashion

Ein Neues Jahr beginnt, Zeit um die Gedanken zu sortieren und „aufzuräumen“.

Da ich mich gerade von einer schweren Grippe erhole und ich noch strengste Bettruhe habe und wirklich nichts machen darf und eine Zwangspause verordnet bekommen habe von Mama, habe ich mir heimlich meinen Laptop geschnappt  und nutze die Ruhe  um einige Blogeinträge zu schreiben.

Ein Thema welches mich ständig begleitet > In meiner Künstlerseele schlagen 2 Herzen:

Herz 1:

Das eine schlägt für die historischen Rekonstruktionen…bei denen ich sehr detailliert versuche nachzuforschen und zu ergründen wie es wirklich ausgesehen haben könnte damals. Ressourcen sind hierzu Bilderquellen, Schriftquellen, erhaltene Originale aus einer bestimmten Zeitperiode.

Beispiel für eine Bildquelle aus einem Buch: „Livre des tournois“ um 1460

Wie einige von euch wissen habe ich mich dem späten Mittelalter verschrieben, genau genommen dem 14ten und 15ten Jahrhundert. Also nicht das düstere, dreckige, finstere Mittelalter (Winkingerkram) sondern das bunte fortschrittliche Mittelalter (Burgfräulein und Ritterkram) *hustreusper*! Um bei der Umsetzung den Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht zu werden, erfordert es ein umfangreiches Wissen, welches man sich über die Jahre aneignet und recherchiert.  Über  historische- Materialien, Verarbeitungsmethoden  und die komplizierte Schnittkonstruktion, die es in kaum einem Lehrbuch zu lesen gibt. Reproduktionen von historischen Stoffen sind teilweise unerschwinglich und es steckt auch noch sehr zeitaufwendige Handarbeit in der Verarbeitung.

Dies alles machte es aber sehr sehr schwer seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihr könnt Euch vorstellen das der Preis unendlich hoch war und die Anfertigungdauer unendlich lang sein konnte… Also aus wirtschaftlicher Sicht und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, schlichtweg nicht möglich für einen Haupterwerb, „es hat sich nicht wirklich gelohnt“.

Hauptsächlich habe ich diese Leidenschaft auf Liverollenspielen (Histo- Larp, Reenlarpment) und auf Reenactment und Living History Veranstaltungen (Museale Veranstaltung mit Hauptaugenmerk auf historischer Wissensvermittlung) ausgelebt. Das ist auch der Ursprung meiner Gewand Manufaktur – damit habe ich angefangen.

Fotorechte: https://www.editionboiselle.de
Ritter: Arne Koets
Pferd: PRE Wallach Maximilian
Burgfräulein: Karolin Fischer

Foto: Jonas Radtke

Herz 2:

Auf der anderen Seite schlägt mein Herz für die fantastische Zauberwelten des Kostümdesign der Modernen Welt und freien Interpretationen der Vergangen Zeiten. Ein großes Vorbild sind hier Game of Thrones, Herr der Ringe, Narnia und all die Fantasy Serien und Filme der Vergangenheit die mein Weg geprägt haben. Der besondere Reiz hierbei war/ ist für ich mich völlig frei zu entfalten, neu zu entdecken und quasi mit neuen Materialien zu experimentieren zu können. Dies ermöglicht auch eine ganz anderer Herangehensweise an Umsetzung der Kleider. Maschinen Nähte sind plötzlich kein tabu mehr… die Seide darf Knötchen haben. Man darf Leinen als Außenmaterial verwenden.

 **Ganz neue Welten eröffneten sich für mich und somit auch ein neuer „Markt“ und ein neuer Kundenkreis. Ich habe hier noch eine neue Chance gesehen meine Kostümkunst nicht ganz an den Nagel zu hängen sondern einfach eine neue Richtung einzuschlagen.

Hauptsächlich lebe ich diese Leidenschaft auf den kunterbuntesten Fantasy – Spectacelen und Fantasy Messen aus.


Foto: Jonas Radtke

Also warf ich mein ganzen angeeignetes Wissen über board und zog mich 2016 in mein innerstes Zurück und gönnte mir die Zeit mich komplett neu zu erfinden und entwarf meine Fantasy Kollektion und setze dieser in einer  Relaunch um und ging damit 2017 auf Tour. Den Rest der Geschichte konntet ihr ja schon auf meinem Blog verfolgen, was daraus geworden ist oder um es besser zu formulieren – WIE ES ESKALIERT IST 😀

Foto: Jonas Radtke
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Die Bedürfnisse und meine Kunden beider Bereiche sind so unterschiedlich wie sie kaum sein könnten. Ja es sind beides Kostüme und irgendwie Middelalda aber für mich sind es 2 sehr unterschiedliche Segmente die ich sehr von einander unterscheide und mit unterschiedlichen Ansprüchen behandle um die Unterschiedlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

Ich habe mich die letzten 3 Jahre sehr stark auf den Ausbau meiner Fantasy Fashion Kollektion konzentriert und meine historischen Arbeiten wurden etwas stiefmütterlich behandelt. Ich bin auch völlig ausgelastet mit meiner Fantasy Kollektion derzeit. Ich möchte aber gerne wieder auch mehr historische Projekte ausarbeiten und auch wieder auf historische Veranstaltungen und Histo Larps fahren. Das ist in den letzten Jahren ein wenig auf der Strecke geblieben.

Um für mich und für Euch die Unterscheidung klarer zu definieren und es nicht zu sehr vermischt, habe ich mich dazu entschlossen zu versuchen die beiden Bereiche etwas von einander zu trennen.

Ich werde die historischen Projekte von der Gewand Manufaktur Facebook Seite und Homepage herauslösen und einen eigenen Raum für Entfaltung geben. Den ersten Anfang habe ich schon bereits HIER auf meinem Blog getätigt indem ich die Beiträge auf 2 Unterkategorien aufteilen werde.

Kategorie: FANTASY FASHION
vs.
Kategorie: HISTORICAL FASHION

Wenn ihr die beiden Kategorien mal vergleicht fällt euch vlt ein kleiner Unterschied auf – für die die nicht wirklich wissen wovon ich hier rede 😉 Ja ist auch komisch eine Szene nochmal in Nischen aufzuteilen (eine Diskussion über die verschiedenen Definition von Reenactment und die unterschiedlichen Abstufungen von „historisch korrekt“ fange ich hier jetzt nicht an XD).

Was hat das jetzt eigentlich generell für Konsequenzen? Also eigentlich nur das es bald NOCH mehr g***en Sch**ß auf beiden Kanälen geben wird 😀 Und Ich bin ja mittlerweile nicht mehr alleine im Team Gewand Manufaktur!

Der History Channel wird „larpiger“ und historischer und der Fantasy Channel wird noch fantastischer und ausgefallener… so – stay tuned and watch out!

Eure verrückte Karo!

** Was ich in dem obigen Absatz in einem Satz formuliert habe war ein langer schmerzhafter Prozess den ich durchleben musste um aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen. Sich mit seiner Leidenschaft selbständig zu machen ist eine Sache – mit dem was man liebt und gut kann, das war für mich nicht schwer. Das ging leicht. Aber herauszufinden wie schwierig es ist wirklich wirtschaftlich als Handwerker/ Künstler zu Überleben – eine ganz andere. Das war meine Lektion fürs Leben und gehörte mit zum Gesamt Prozess dazu. 

P.S.: So Sah ich aus als ich 2008 auf meinem ersten Liverollenspiel angefangen habe vor 10 Jahren:

 

 

DANKE 2018!

Ihr seid phantastisch, unglaublich, verrückt und wundervoll!!!

Ihr habt UNS total überwältigt, überrascht und unsere Kapazitäten total gesprengt!!! Wir waren auf EUCH nicht vorbereitet!

Wir sind restlos ausgebucht für kommenden Saison 2019 mit Einzelanfertigungen & Hochzeitsgewandungen!

Ich kann es kaum glauben das das alles hier gerade so passiert! Es war Hölle anstrengend und ich bin absolut an meine Grenzen gekommen seid ich meine Relaunch 2017 gestartet habe – körperlich & seelisch… aber es soll so sein!

Ich möchte mich für die die letzten beiden Saisonen/Saisonsens/Saisons bedanken, für eure Geduld & Unterstützung uns zu entwickeln und aufzubauen.

Wir arbeiten intensiv daran unsere Prozesse zu optimieren. Wir versuchen unser Team aufzubauen und unsere Kapazitäten zu erweitern. Was sehr sehr langsam voran geht. Wir wissen wo unsere Stärken sind und unsere Schwächen und wo unsere Grenzen sind.

Klar für uns ist – wir werden uns nun vorerst auf unsere Aufträge konzentrieren. Danach werden wir uns intensiver auf den Ausbau unserer eigenen Produktion fokussieren. Damit wir in der Lage sind in kleiner Stückzahl unsere hochwertige Kollektion für euch vorzuproduzieren und auf Lager zu haben.

Das bedeutet aber, dass wir ab nächstem Jahr mit einer Warteliste arbeiten werden von mindestens 6 Monaten (+ Anfertigungszeit) mit den Einzelanfertigungen und Maßanfertigungen.

Aus Erfahrung schaffen wir es NICHT eure Aufträge WÄREND der Saison noch rechtzeitig IN der Saison für Euch anzufertigen (April – September). Wir sind dann zusätzlich mit dem Markt fahren ausgelastet.

Das heißt, dass wir gerne Eure Ideen besprechen und Aufträge zusammen ausarbeiten können – aber unser frühester Liefertermin wird der Frühling 2020 sein. Das bedeutet wir unsere Kreationen für Euch noch exklusiver und individueller gestalten können.

Darüber hinaus hoffen wir, Euch noch zusätzlich mit einer einzigartigen Kollektion aus unseren Modellen in verschiedenen Farben und Größen in der Saison 2019 zu überraschen und wir hoffen das keine Wünsche mehr offen bleiben! Wie genau das aussehen wird? Wir lassen euch teilhaben – hier und auf unserem BLOG!

Mein persönlicher Vorsatz fürs neue Jahr – mehr Blogbeiträge schreiben mit mehr Einblicken in unsere Arbeit. 🙂

Vielen vielen lieben Dank – das ihr unseren Traum wahr werden lasst!

Eure Karo